In Nordrhein-Westfalen beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 % des Kaufpreises. Der Satz gilt für Kaufverträge, die seit dem 1. Januar 2015 beurkundet wurden. Bei einem Kaufpreis von 300.000 € fallen 19.500 € an.
Grunderwerbsteuer-Rechner
Sätze geprüft am 9. Oktober 2026
Grunderwerbsteuer
19.500 €
- Bemessungsgrundlage
- 300.000 €
- Steuersatz Nordrhein-Westfalen
- 6,5 %
- Ersparnis durch Inventar
- 0 €
Satz gilt seit 1. Januar 2015. Quelle: Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer, GV. NRW. 2014 S. 954
Dieselbe Summe in allen 16 Bundesländern
- Bayern 3,5 %10.500 €
- Baden-Württemberg 5,0 %15.000 €
- Niedersachsen 5,0 %15.000 €
- Rheinland-Pfalz 5,0 %15.000 €
- Sachsen-Anhalt 5,0 %15.000 €
- Thüringen 5,0 %15.000 €
- Bremen 5,5 %16.500 €
- Hamburg 5,5 %16.500 €
- Sachsen 5,5 %16.500 €
- Berlin 6,0 %18.000 €
- Hessen 6,0 %18.000 €
- Mecklenburg-Vorpommern 6,0 %18.000 €
- Brandenburg 6,5 %19.500 €
- Nordrhein-Westfalen 6,5 %19.500 €
- Saarland 6,5 %19.500 €
- Schleswig-Holstein 6,5 %19.500 €
So wird gerechnet: (Kaufpreis − bewegliches Inventar) × Steuersatz des Landes, auf volle Euro abgerundet (§ 11 GrEStG). Keine Steuerberatung im Einzelfall.
Der Satz in NRW und woher er stammt
NRW gehört mit 6,5 % zu den Ländern mit dem höchsten Grunderwerbsteuersatz. Festgelegt ist er im Landesgesetz über den Steuersatz, die letzte Anhebung stammt aus dem Gesetz vom 18. Dezember 2014 (GV. NRW. 2014 S. 954). Maßgeblich ist der Tag der Beurkundung: Wer vor dem 1. Januar 2015 beim Notar war, zahlte noch den alten Satz.
Zum Vergleich: Dieselbe Wohnung für 300.000 € würde in Bayern 10.500 € Grunderwerbsteuer kosten, in Niedersachsen 15.000 €. In NRW sind es 9.000 € mehr als in Bayern.
Beispielrechnungen für NRW
| Kaufpreis | Grunderwerbsteuer |
|---|---|
| 200.000 € | 13.000 € |
| 250.000 € | 16.250 € |
| 300.000 € | 19.500 € |
| 400.000 € | 26.000 € |
| 500.000 € | 32.500 € |
| 750.000 € | 48.750 € |
Die Werte gelten für einen normalen Kauf ohne Befreiung und ohne mitverkauftes Inventar. Die Steuer ist jeweils auf volle Euro abgerundet.
Wo man in NRW am meisten sparen kann
Je höher der Satz, desto mehr bringt jeder Euro, der nicht in die Bemessungsgrundlage fällt. Bei 6,5 % spart jede 10.000 €, die im Kaufvertrag zu Recht auf bewegliches Inventar entfallen, 650 € Steuer. Typische Posten sind:
- eine Einbauküche, die nicht maßgefertigt fest verbaut ist,
- Möbel, Gartenhaus ohne Fundament, Markise oder Sauna,
- bei einer vermieteten Wohnung auch mitverkaufte Waschmaschine oder Küchengeräte.
Das Finanzamt NRW empfiehlt selbst, die Gegenstände und ihre Werte im Vertrag aufzuführen (finanzamt.nrw.de). Die Werte müssen zum Zustand passen. Eine zehn Jahre alte Küche für 25.000 € fällt auf und wird korrigiert.
Nicht abziehen lässt sich der Anteil an der Instandhaltungsrücklage einer Eigentumswohnung. Der Bundesfinanzhof hat das 2020 klargestellt (II R 49/17).
Ablauf und Zuständigkeit in NRW
Nach dem Notartermin meldet der Notar den Vertrag dem Finanzamt. Seit dem 1. Oktober 2026 müssen Notare die Veräußerungsanzeige bundesweit elektronisch übermitteln (§ 18 GrEStG und Grunderwerbsteuer-Elektronik-Anzeigeverordnung). Die Finanzverwaltung NRW nimmt Papiervordrucke nur noch in Ausnahmefällen an. Du selbst musst beim normalen Kauf nichts anzeigen. Der Notar braucht aber deine steuerliche Identifikationsnummer.
Das Finanzamt schickt dir dann den Bescheid. Ein paar Punkte, die in NRW oft für Rückfragen sorgen:
- Kauft ihr zu zweit, etwa als Ehepaar, bekommt jeder einen eigenen Bescheid über seinen Anteil. Wer gemeinsam überweist, gibt im Verwendungszweck beide Steuernummern an, sonst wird die Zahlung womöglich nur einem Bescheid zugeordnet.
- Eine Stundung gewährt die Finanzverwaltung in NRW nach eigener Aussage grundsätzlich nicht. Die Steuer gehört deshalb in den Finanzierungsplan.
- Die Unbedenklichkeitsbescheinigung schickt das Finanzamt nach Zahlungseingang direkt an den Notar. Du musst sie nicht anfordern.
Fällig ist die Steuer einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids, die genaue Frist steht im Bescheid.
Gibt es in NRW eine Befreiung oder Förderung?
Eine eigene Befreiung hat NRW nicht, es gelten die bundesweiten Regeln: Ehegatten, Kinder, Enkel und Eltern zahlen untereinander keine Grunderwerbsteuer, Schenkungen und Erbschaften sind ebenfalls frei. Der frühere NRW.Zuschuss Wohneigentum, mit dem das Land Ersterwerbern bei den Nebenkosten half, ist am 14. Juli 2023 ausgelaufen. Gefördert wurden nur Käufe, die bis dahin beurkundet waren.
Ob der Satz sinkt, wird im Landtag immer wieder diskutiert. Beschlossen ist bis heute (9. Oktober 2026) nichts. Bis ein Landesgesetz verabschiedet ist, gelten 6,5 %.
Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer in NRW
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in NRW?
6,5 % der Bemessungsgrundlage, also in der Regel des Kaufpreises. Der Satz gilt seit dem 1. Januar 2015.
Wie berechne ich die Grunderwerbsteuer in NRW?
Kaufpreis minus mitverkauftes bewegliches Inventar, mal 6,5 %, abgerundet auf volle Euro. Bei 450.000 € mit 15.000 € für die Küche sind das 28.275 €.
Wer ist in NRW für die Grunderwerbsteuer zuständig?
Das Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück liegt. Für gesellschaftsrechtliche Fälle, etwa Anteilskäufe an Immobiliengesellschaften, ist landesweit das Finanzamt Essen-NordOst zuständig.
Muss ich die Grunderwerbsteuer in NRW sofort zahlen?
Nein, erst einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids. Zwischen Notartermin und Bescheid liegen meist einige Wochen.